www.lernpotentiale.net



Europakarte

Die Idee - The Idea
Die Partner - The Partners
Das EU-Momorandum - The EU-Memorandum
Die Konferenzen - The Conferences
Die Länder - The Countries
Impressum - Imprint

Logo Sokrates-Grundtvig
Stimulating Learning Potentials
Europäische Lernkulturen im Vergleich


Die Länder: Österreich - The Countries: Austria


Logo Forum Kath. Erwachsenenbildung Österreich"Bildung ist mehr als Fitness für den Arbeitsmarkt!"
Das Forum Katholischer Erwachsenenbildung in Österreich ist ein Zusammenschluss von mehr als 60 Organisationen der katholischen Erwachsenenbildung mit unterschiedlicher methodischer und thematischer Schwerpunktsetzung.
Bildungshäuser, Bildungswerke, Einrichtungen der Katholischen Aktion und unterschiedliche Facheinrichtungen bieten Vorträge, Seminare, Intensiv- Workshops, Konferenzen und Kurse in den Bereichen Persönlichkeitsbildung, Spiritualität, politische Bildung, Frauenbildung, Beziehungen, Kunst und Kultur.


Zahlen und Fakten

14.000 MitarbeiterInnen, davon 440 bezahlte Angestellte


7.460 ehrenamtliche MA; 6.110 nebenberuflich MA v.a. ReferentInnen

24.570 Veranstaltungen in mehr als 2000 Orten/Jahr:
    18.700 Kurzveranstaltungen (bis max. 8 Arbeitseinheiten)
    4.773 VA mittlerer Dauer (9 bis 39 Arbeitseinheiten)
    1.097 längere VA (mehr als 39 Arbeitseinheiten)
    2 kath. EB Einrichtungen arbeiten schwerpunktmäßig mit Fernkursen

ca. 900.000 TeilnehmerInnen

13 Bildungs- und Tagungshäuser in kirchlicher Trägerschaft

9 Diözesane Bildungswerke mit 1.650 pfarrlichen Bildungswerken

4 Fachinstitute: *Theologischer Fernkurs *Österreichisches Bibelwerk *Kath Sozialakademie -ksoe *Literarisches Forum

2 Ausbildungsinstitute für Erwachsenenbildung (Privatschulen mit Öffentlichkeitsrecht)

1 Fachzeitschrift für Erwachsenenbildung - TOOLS

Finanzierung (im Schnitt aller Einrichtungen):
    ca. 50% kirchlich
    ca. 30% TeilnehmerInnenbeiträge
    7% Länder
    6% Bund
    7% sonstige (Projektfinanzierung, Gemeinden)

Besuchen Sie uns im Internet: www.kath-eb.at
Kontakt:
Franz Bittner, Geschäftsführer, bittner@nextra.at
Maga Michaela Moser, ÖA, michaela.moser@nextra.at
Beide: Canisiusgasse 16, 1090 Wien; tel.: 01 317 05 10


The Conference of Adult Education in Austria - Konferenz der Erwachsenenbildung Österreichs (KEBÖ)

  • ARGE der Bildungshäuser Österreichs
  • Berufsförderungsintitut Österreich - bfi
  • Büchereiverband Österreichs - BVÖ
  • Forum Katholischer Erwachsenenbildung in Österreich
  • Ländliches Fortbildungsinstitut - LFI
  • Ring Österreichischer Bildungswerke
  • Verband Österreichischer Gewerkschaftl. Bildung - VÖGB
  • Verband Österreichischer Volkshochschulen - VÖV
  • Volkswirtschaftliche Gesellschaft Österr.- VG-Ö
  • Wirtschaftsförderungsinsitut der Wirtschaftskammer Österreich - WIFI

30 years of cooperation and competition

  • various backgrounds
  • covering different areas of adult education
    • vocational training
      political education
      personal development
      ...
  • co-funded by and in constant critical dialogue with the Austrian Ministry of Education and regional educational authorities


Facts and figures
(based on KEBÖ-Statistics 2000)
  • 200.202 seminar, lectures, workshops etc.
  • 5.584.810 participants
  • 4.702 employees
  • 27.577 voluntary workers


Political Recommendations
  • A "second educational chance" for everyone
  • Open and fair access to adult education based on rights
  • Introduction of a new and coherent system of individual funding
  • Establishment of regional educational centers
  • Free access to information on adult education
  • Better co-ordination of ecuational policy meassures
  • Stronger focus on Computer and Language skills
  • Stronger focus on democracy education
  • Enforced research on adult education


Nach einjähriger Arbeit zieht die Lernpartnerschaft eine Zwischenbilanz. Elisabeth Wappelshammer hat das für Österreich auf einer nationalen Konferenz in Strobl getan.
Der vollständige Text hier als PDF-Datei (ca 38 KB)



Der folgende Text ist der Website der Kath. Erwachsenenbildung in Österreich entnommen und im Original unter http://www.kath-eb.at/c-akt-thesenargealp.htm zu finden.


10 Thesen zu Profil, Grundangebot und zukünftigen Strukturen
christlicher Erwachsenenbildung

Das vorliegende Thesenpapier wurde im Rahmen einer Tagung der
Arbeitsgemeinschaft Alp der kirchlichen Erwachsenenbildung vom
8.-9. März 2002 in Traunstein erarbeitet


1. Grundanliegen: eine christliche Erwachsenenbildung
Die Arge Alp kirchliche Erwachsenenbildung ist eine seit über zehn Jahren bestehende informelle Plattform von Einrichtungen der Erwachsenenbildung in katholischer und evangelischer Trägerschaft. Das sehr konstruktive Erleben dieser Zusammenarbeit, die Verpflichtung der christlichen Kirchen zum gemeinsamen Zeugnis und der drängende gemeinsame Dialog mit den anderen Weltreligionen bestärken uns in der Vorstellung, die Grundlagen für eine zukünftige, auch organisatorisch zusammenwachsende christliche Erwachsenenbildung zu erarbeiten. Ökumenisches Lernen darf nicht nur ein Ziel sein, sondern muss in einer Weggemeinschaft weiterentwickelt und zu unserem Alltag werden.

2. Bildungsverständnis der Christlichen Erwachsenenbildung
Das Bildungsverständnis der Christlichen Erwachsenenbildung (CEB) nimmt die Vielfalt und Fülle menschlichen Lebens und Lernens in den Blick.
Unserem Verständnis nach darf Bildung, wie dies immer öfter im (europäischen) bildungspolitischen Verlautbarungen geschieht, nicht allein

  • als kurzfristige Qualifizierung für wirtschaftliche und berufliche Notwendigkeiten,
  • als reine Wissensvermittlung oder
  • als Aneignung von Methoden des Lernens verstanden werden.

Mit Bildung sind demnach vor allem folgende Aspekte angesprochen:

  • Selbstständigkeit des Denkens,
  • ethisches Urteilsvermögen,
  • vielfältige Lebensentfaltung,
  • Aneignung kulturellen, wissenschaftlichen, technischen, sozialen Wissens,
  • Entwicklung von Beziehungs- und Bindungsfähigkeit,
  • Einübung in den toleranten und respektvollen Umgang mit dem Fremden bzw. dem Anderen,
  • Eigeninitiative und Mitgestaltung.

Zur Vielfalt unseres Bildungsangebotes gehören diesem Verständnis entsprechend sowohl Fragen des persönlichen und sozialen, des religiösen und kulturellen, des wirtschaftlichen, beruflichen und politischen Lebens als auch die kritische Auseinandersetzung mit den Medienangeboten.

CEB ist ein kultureller Dienst der Kirchen an den Einzelnen und an der Gesellschaft. Sie muss eine offene und dialogische Auseinandersetzung mit den aktuellen Herausforderungen und Gefährdungen dieser Gesellschaft in Zukunft viel entschiedener als bisher suchen, mit dem Ziel, auf individueller, religiöser und gesellschaftlicher Ebene zu kompetenter Meinung und Praxis zu verhelfen.
Grundlage dieser von christlichen Wertorientierungen getragenen Arbeit ist die Ehrfurcht vor dem unverfügbaren Geheimnis Gottes, in dem letztlich auch das Geheimnis jedes Menschen in seiner unverwechselbaren Einmaligkeit wurzelt.

3. Orientierung am Markt, aber nicht allein
CEB orientiert sich nicht allein an den Marktgesetzen von Angebot und Nachfrage. Zu einer pluralistischen Gesellschaft gehört die Vielfalt an Anbietern im Bereich der Lebensdeutung, -begleitung und -orientierung. CEB hat diese Konkurrenzsituation konstruktiv angenommen; es bedarf allerdings besonderer Anstrengungen, sich in diesem Markt auf Dauer zu positionieren. Insofern sie durch ihr Grundangebot einen Beitrag zur Bewältigung der Zukunftsprobleme durch eine lernende Gesellschaft leistet und Verantwortung übernimmt, hat sie auch einen Anspruch auf ausreichende finanzielle öffentliche Förderung.

4. Grundangebot Christlicher Erwachsenenbildung
Vier Bereiche gehören zum unverzichtbaren Grundangebot:

  • Religion
    (Spiritualität, Theologie, Dialog der Religionen, ökumenisches Lernen, etc.)
  • Lebenskultur
    (Lebensorientierungen und -wissen für verschiedene Lebensphasen)
  • Gesellschaft, Politik und Ethik
    (Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung)
  • Weiterbildung für Beruf und freiwilliges Engagement
    (Qualifizierung für freiwillige, bürgerschaftliche Tätigkeiten, berufliche Integration Benachteiligter, Weiterbildung für kirchliche, soziale, pädagogische, therapeutische Berufe)

Über allgemeine Ziele hinaus gilt es das Grundangebot für die verschiedenen Handlungsebenen (Gemeinden, Regionen, städtische Zentren etc.) zu konkretisieren. Ferner sollen aktiv Bündnisse im Sinne der "Lernenden Region" gefördert und mitgestaltet werden.

5. Religion
Die Religion bzw. die Religionen mit ihren visionären Traditionen bieten und entwickeln zukunftsfähige Formen des Zusammenlebens, die die Dynamik von Gewalt, Ausbeutung und Unterdrückung des Menschen und globaler Beschleunigung unterbrechen.
CEB initiiert Orte des Dialogs, der Entschleunigung, des Innehaltens und einer Kultur der Solidarität, von denen praktische Impulse für eine Kultur des Lebens ausgehen. Damit entwickeln sich Gegenbilder gegenüber dem "Größer-Schneller-Besser- Mainstream". CEB steht vor der schwierigen Aufgabe, in einer immer komplexeren und unübersichtlicheren Welt zu Verständigung hinsichtlich theologischer Deutungen und Traditionen in den eigenen Reihen beizutragen und sich der Vielfalt im Verständnis von Spiritualität und Glaubensvermittlung zu stellen.
Theologisches Grundwissen und christliche Haltungen, ökumenisches Lernen und der Dialog der Religionen sind Arbeitsschwerpunkte. Wichtig dabei ist, Begegnungen zwischen Angehörigen verschiedener Religionen und Konfessionen anzuregen und zu ermöglichen, um sich gegenseitig besser kennen und verstehen zu lernen.

6. Lebenskultur
Das lebensbegleitende christliche Bildungsangebot muss sich vor allem von dem unbedingten Respekt vor der Freiheit und der Individualität des Einzelnen leiten lassen. Die Frage nach persönlicher Identität und Beheimatung, aber auch nach kultureller, sozialer oder regionaler Identität verschärft sich unter dem Druck von Ökonomie, Mobilität, Technologie und Globalisierung.

CEB bietet daher für die verschiedenen Lebensphasen Bildungsmaßnahmen an,

  • die den Einzelnen in der Entwicklung seiner Lebenskunst unterstützen,
  • die Lebenswissen und -orientierungen für die Entwicklung einer tragbaren Balance
    zwischen den Lebensbereichen (Freunde, Familie, Beruf, Freizeit, etc.) anbieten,
  • das Bewusstsein für die eigene Verortung in einer historisch gewachsenen
    Gesellschaft und Kultur fördern und
  • die einen Beitrag zur Entwicklung belastbaren solidarischen Handelns und einer
    entsprechenden Konfliktkultur leisten
  • und zu einer immer neuen sozialen Verortung motivieren.

In diesem Bereich des Grundangebots sind unterschiedliche Schwerpunkte und Profile denkbar: z. B. Angebote für Frauen, Eltern-Kind-Programme, Angebote für Alleinerziehende und Singles, Bildungsangebote für sogenannte Lernschwache und sozial Benachteiligte.

7. Gesellschaft, Politik und Ethik
Die Sorge um eine bewohnbare Erde als der Schöpfung Gottes ist ein Markenzeichen CEB. Fragen der weltweiten sozialen Gerechtigkeit, der Kontrolle globaler Strukturen, der Klima- und Umweltproblematik, der Gewalt und des Terrors und die Rolle der Religionen dabei, gehören hier genauso dazu wie die ethische Auseinandersetzung um die künftige Entwicklung der Gen-, Bio- und Medizintechnik.
Im Mittelpunkt der Auseinandersetzung um die Fragen des "konziliaren Prozesses für "Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung" stehen die Menschen, die am meisten unter den bestehenden Verhältnissen und Ungerechtigkeit, Gewalt und Naturausbeutung zu leiden haben. CEB hat in diesem Zusammenhang Wissen und Kenntnisse über die Grundlagen menschlichen Zusammenlebens, über die Geschichte von Unterdrückung, Vernichtung und Entfremdung (Erinnerungsarbeit ) anzubieten; in der Auseinandersetzung mit unterschiedlichen Lösungsmodellen und Gestaltungsperspektiven fördert sie eine demokratische Kommunikations-, Diskussions- und Konfliktkultur und schafft damit Grundlagen, die Mitsprache und Partizipation an politischen Prozessen ermöglichen.
Schwerpunkte: Menschenrechte, Geschlechter- und Generationengerechtigkeit,
Nord-Süd-Themen, Agenda 21, Medizinethik u.a..

8. Weiterbildung für Beruf und freiwilliges Engagement
Eine bisher zu wenig beachtete Aufgabe der CEB sind Fort- und Weiterbildungs-angebote für Beruf und freiwilliges bürgerschaftliches Engagement. Im Blick sollten hier vor allem kirchliche, soziale, pädagogische, therapeutische, kulturelle Berufe sein, also Tätigkeitsfelder, in denen mit Menschen umgegangen und Lebens- und Sinnorientierungen von großer Bedeutung sind.
Nicht weniger bedeutsam ist die soziale und berufliche Integration von Benachteiligten in unserer Gesellschaft (z.B. Migranten, Langzeitarbeitslose, Lernschwache, Menschen in Rehabilitation) und die Qualifizierung und Förderung für freiwilliges, bürgerschaftliches Engagement in kirchlichen, gemeindlichen, sozialen und kulturellen Bereichen der Gesellschaft.

9. Ökumenisches Netzwerk
Dabei setzt die CEB in ihrer Arbeitsweise auf ein auch organisatorisch zusammenwachsendes ökumenisches Netzwerk und eine Arbeitsteilung von überregionalen und regionalen Bildungszentren und gemeindlichen Bildungswerken. Diese Arbeitsteilung bedarf hinsichtlich der Qualitätsentwicklung, der öffentlichen Wirksamkeit und des effizienten Einsatzes von finanziellen, sachlichen und personellen Ressourcen weiterhin der Professionalisierung und einer entsprechenden Organisationsentwicklung.

Mit Professionalisierung ist die Qualifikation und Kompetenz der hauptberuflichen MitarbeiterInnen und die der nebenberuflichen und freiwilligen MitarbeiterInnen gemeint
Einige Aspekte dieses Prozesses werden im folgenden benannt:

  • die Verantwortung und die fachlichen Voraussetzungen für die Mitarbeit ist für die einzelnen strukturellen Einheiten sind neu zu definieren:
    • Wahrnehmung der Verantwortung für regionale und überregionale Zentren durch neben- und hauptberufliche MitarbeiterInnen ( mit Programmbeiräten aus Nutzern und freiwilligen MitarbeiterInnen aus den Gemeinden und Regionen), der Verantwortung für Angebote auf Pfarreiebene durch freiwilligen MitarbeiterInnen
    • intensive Weiterbildung und Qualifizierung der nebenberuflichen und freiwilligen MitarbeiterInnen, die die Bildungswerke auf Pfarreiebene und in den Regionen tragen
  • kontinuierliche Durchführung überregionaler Projekte zu einzelnen Themen und für einzelne Zielgruppen mit effizientem Werbeeinsatz (Lernende Region)
  • Orientierung des Bildungsangebots an tatsächlichen Lebensregionen,
    (wo nötig Überschreiten politischer und pfarrlicher territorialer Grenzen im Sinne einer der alltäglichen Kommunikationsdichte von Menschen entsprechenden Raumerschließung)
  • Mitarbeit am Auf- und Ausbau regionaler soziokultureller Netzwerke und Strukturen, die geeignet sind, regionale Identität zu stiften und Beheimatung zu ermöglichen.

21. Mai 2002